Die Hörtherapie basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu kognitiver Hörverarbeitung, geschlechterbezogenen Unterschieden und auditiver Diagnostik.
Manche Hörverarbeitungsstörungen sind geschlechterbezogen unterschiedlich häufig und stark ausgeprägt. Zur statistischen Erfassung der Hörverarbeitungsstörungen ist die Erfassung des biologischen Geschlechts ebenfalls notwendig genau wie die gleichfalls erfolgte Abfrage des Alters und basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Thema Hörverarbeitung, geschlechterbezogene Hörverarbeitung und Hörverarbeitungsstörungen.
Lautstärkebedarf & Klangdifferenzierung
Geschlechtsspezifische Ausprägung der Hörkurve im Alter
Geschlechtsspezifische laterale bzw. bilaterale kognitive Hörverarbeitung
Viele Störungen gehen mit einer Störung des dichotischen Hörens einher. Hierbei kann der Höreindruck der beiden Ohren nicht zusammengesetzt werden. Dadurch ist die Lokalisationsfähigkeit, das Verstehen in geräuschvoller Umgebung und das Verstehen im Stimmengewirr eingeschränkt. Zur Diagnose und zur Therapie wird der Feldmanntest genommen.
Das Testprinzip des dichotischen Hörversuchs besteht darin, beiden Ohren gleichzeitig (simultan) verschiedene akustische Signale zur Verarbeitung anzubieten. Beim normalen zweiohrigen Hören arbeiten beide Ohren zusammen, und die Schalleindrücke beider Seiten werden hierdurch zu einer einzigen Wahrnehmung verschmolzen.
Beim dichotischen Hörtest wird im Gegensatz hierzu jedes Ohr — und damit die ihm zugeordnete Hörbahn bis zu den corticalen Rindenfeldern — gezwungen, für sich selbständig zu arbeiten und sich nach Möglichkeit von der Gegenseite zu isolieren. Das bietet die Möglichkeit, beide Hörbahnen getrennt zu untersuchen.
Der dichotische Hörtest stellt dem Ohr eine Aufgabe, die in dieser Form der natürlichen Umwelt nicht vorkommt. Die Tatsache, dass sie von Normalen (auch von Kindern) ohne Übung sofort und spielend leicht bewältigt wird, beweist aber, dass sie zentralnervöse Schaltmechanismen beansprucht, die auch im täglichen Leben beim beidohrigem Hören ständig trainiert werden.
Quelle: HNO Chemnitz — Dichotischer Diskriminationstest
Cherry, C. E. (1953). Some Experiments on the Recognition of Speech, with One and with Two Ears. JASA, 25, 975–979
Bryden, P. (1982). Laterality — Functional Asymmetry in the Intact Brain. New York: Academic Press
Lehnhardt E., Laszig R. (Hrsg.): Praxis der Audiometrie, 8. Aufl., Kap. 15, Thieme Verlag, Stuttgart 2001
Zur Analyse der Filterfunktionen (Selektion anhand von Prioritäten) wird der SNR Test verwendet. Unter Filterfunktion versteht man die Fähigkeit des Gehirns, Geräusche und Signale nach Wichtig oder Unwichtig zu priorisieren. Unwichtig priorisierte Geräusche können leicht ignoriert und gefiltert werden. Wichtige Geräusche kommen ans Bewusstsein.
Das Signal-Rausch-Verhältnis, auch Störabstand oder (Signal-)Rauschabstand abgekürzt SRV oder S/R beziehungsweise SNR oder S/N von englisch signal-to-noise ratio, ist ein Maß für die technische Qualität eines Nutzsignals (z.B. Sprache oder Video), das in einem Rauschsignal eingebettet ist. Es ist definiert als das Verhältnis der mittleren Leistung des Nutzsignals zur mittleren Rauschleistung des Störsignals.
Das SNR ist ein Begriff aus der Hochfrequenz-, Mess- und Nachrichtentechnik sowie der Akustik, der auch in vielen weiteren Bereichen wie etwa der Automatisierungstechnik oder der Signal- und Bildverarbeitung verwendet wird.